Fettleber: Was tun? Die 7 wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Diagnose Fettleber – was jetzt? Die 7 effektivsten Maßnahmen gegen eine Fettleber: von Ernährung über Bewegung bis zu neuen Therapien.

6. Feb. 2026
Fettleber: Was tun? Die 7 wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Diagnose Fettleber — und jetzt?

Eine Fettleber (MASLD — Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease, früher NAFLD) ist die häufigste chronische Lebererkrankung in Deutschland. Rund jeder vierte Erwachsene ist betroffen. Die gute Nachricht: Eine Fettleber ist in frühen Stadien vollständig reversibel — vorausgesetzt, man handelt.

Wer die Diagnose Fettleber erhält, steht oft vor der Frage: Was tun gegen Fettleber? Die Antwort ist klar und leitliniengestützt. Was wirklich hilft gegen Fettleber, sind sieben evidenzbasierte Maßnahmen — und die meisten davon können Sie selbst in die Hand nehmen. Keine erfordert teure Nahrungsergänzungsmittel oder radikale Diäten.

Fakt Die Fettleber ist in frühen Stadien vollständig reversibel. Bereits eine Gewichtsabnahme von 5 Prozent kann die Leberverfettung deutlich reduzieren. Quelle: EASL–EASD–EASO Clinical Practice Guidelines 2024; Vilar-Gomez et al., Gastroenterology 2015
Mehr dazu: Was genau ist eine Fettleber?

Die 7 wichtigsten Maßnahmen gegen Fettleber im Überblick

Die internationale Leitlinie der EASL (European Association for the Study of the Liver) aus 2024 und die deutsche DGVS-Leitlinie definieren einen klaren Maßnahmenplan bei Fettleber. Lifestyle-Veränderungen sind die Therapie der ersten Wahl — Medikamente kommen erst bei fortgeschrittener Erkrankung ins Spiel.

MaßnahmeWirkung auf die LeberEvidenz
Gewicht reduzierenStärkster Effekt auf Verfettung, Entzündung und FibroseSehr stark
Mediterran essenReduktion von Leberfett und EntzündungsmarkernStark
Regelmäßig bewegenReduktion von Leberfett — auch ohne GewichtsverlustStark
Zucker/Fruktose reduzierenVerringert Fetteinlagerung in der Leber direktStark
Alkohol meidenVerhindert zusätzliche LeberschädigungStark
Kaffee trinkenSchützt vor Fibrose und EntzündungModerat
Herz-Kreislauf-Risiko managenSenkt die häufigste Todesursache bei FettleberSehr stark

Im Folgenden erklären wir jede Maßnahme im Detail — was die Wissenschaft sagt, warum es wirkt und wie Sie konkret starten können. Was tun bei Fettleber: Hier sind die Antworten, Maßnahme für Maßnahme.

1. Gewicht reduzieren — der wirksamste Hebel

Gewichtsabnahme ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen eine Fettleber. Die Studienlage zeigt eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je mehr Gewicht verloren wird, desto stärker verbessert sich die Leber — von der einfachen Verfettung bis hin zur Fibrose.

Die internationalen Leitlinien definieren drei Schwellenwerte:

GewichtsabnahmeWirkung
≥ 5 %Reduktion der Leberverfettung (Steatose)
7–10 %Rückbildung der Leberentzündung (MASH)
≥ 10 %Verbesserung und mögliche Rückbildung von Fibrose

In der Praxis bedeutet das: Wer 90 kg wiegt und 5 kg abnimmt, kann bereits eine deutliche Verbesserung der Leberverfettung erreichen. Für eine Rückbildung der Fibrose sind bei gleichem Ausgangsgewicht mindestens 9 kg erforderlich.

Die DGVS-Leitlinie empfiehlt ein tägliches Kaloriendefizit von 500 bis 1.000 kcal. Wichtig: Schnelle Crash-Diäten sind kontraproduktiv — sie können die Leberentzündung sogar verschlimmern. Nachhaltige Gewichtsabnahme über Monate ist der richtige Weg.

Aus der Praxis Häufig beobachtetes Muster: Ein 48-jähriger Büroangestellter erhält nach einem Routine-Ultraschall die Diagnose Fettleber Grad II. Seine Leberwerte (GGT, ALT) sind leicht erhöht, BMI 31. Er stellt auf mediterrane Ernährung um, beginnt dreimal pro Woche zu walken und reduziert sein Gewicht über sechs Monate von 97 auf 89 kg — ein Verlust von gut 8 Prozent. Beim Kontrollultraschall zeigt sich die Verfettung deutlich zurückgebildet, die Leberwerte haben sich normalisiert.

Was kann man also konkret gegen Fettleber tun? Die Gewichtsabnahme steht an erster Stelle — sie ist der Hebel, der alle anderen Maßnahmen verstärkt. Doch auch wer nicht abnehmen kann oder muss, profitiert von den folgenden sechs Maßnahmen.

Wichtig Etwa 20 Prozent der Fettleber-Betroffenen sind normalgewichtig (sogenannte „Lean MASLD"). Für diese Gruppe steht nicht Abnehmen, sondern die Ernährungsqualität und Bewegung im Vordergrund.
Mehr dazu: Fettleber-Symptome erkennen

2. Ernährung umstellen — mediterran essen

Die Mittelmeerdiät (mediterrane Ernährung) ist das am besten untersuchte Ernährungsmuster bei Fettleber und wird von allen internationalen Leitlinien als erste Wahl empfohlen. Mehrere Metaanalysen zeigen, dass sie Leberfett, Entzündungsmarker und Lebersteifigkeit signifikant verbessert.

Die Grundprinzipien der mediterranen Ernährung bei Fettleber:

  • Reichlich: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Obst (ganze Früchte, kein Saft)
  • Regelmäßig: Fisch (2–3× pro Woche), natives Olivenöl als Hauptfettquelle
  • Mäßig: Geflügel, Eier, fettarme Milchprodukte
  • Selten: Rotes Fleisch, Wurstwaren, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte
  • Meiden: Zuckerhaltige Getränke, hochverarbeitete Lebensmittel, Frittiertes
Fakt Eine Metaanalyse von 26 Studien (über 3.000 Teilnehmer) zeigte, dass die mediterrane Ernährung die Leberwerte (ALT), den Fettleberindex und die Lebersteifigkeit signifikant verbessert — unabhängig vom Gewichtsverlust. Quelle: Haigh et al., Clinical Nutrition 2022; EASL Guidelines 2024

Ein besonderer Vorteil der mediterranen Ernährung: Sie schützt gleichzeitig das Herz-Kreislauf-System — und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Fettleber-Betroffenen.

Aus der Praxis Häufig beobachtetes Muster: Eine 54-jährige Lehrerin mit Fettleber Grad I und leichtem Übergewicht (BMI 27) stellt ihre Ernährung auf mediterranes Muster um — ohne strenge Kalorienreduktion. Olivenöl statt Butter, Fisch statt rotes Fleisch zweimal pro Woche, abends Salat statt Brot. Nach vier Monaten sind ihre ALT-Werte von 52 auf 28 U/l gesunken, obwohl sie nur 2 kg abgenommen hat. Die Ernährungsqualität allein hat den Unterschied gemacht.
Mehr dazu: Ernährung bei Fettleber im Detail

3. Regelmäßig bewegen — auch ohne Abnehmen wirksam

Körperliche Aktivität reduziert das Leberfett — und das auch dann, wenn sich auf der Waage nichts tut. Bereits 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen) haben einen messbaren Effekt auf die Leber.

Die EASL-Leitlinien 2024 empfehlen konkret:

  • Mindestens 150 Minuten pro Woche moderate Ausdauerbewegung (z. B. 5× 30 Minuten) oder 75 Minuten intensive Aktivität
  • Zusätzlich Krafttraining an 2–3 Tagen pro Woche
  • Sitzzeiten reduzieren — jede Stunde kurz aufstehen und bewegen

Sowohl Ausdauertraining als auch Krafttraining reduzieren das Leberfett nachweislich. In Studien konnte bereits nach acht Wochen regelmäßigen Radfahrens eine Reduktion des Leberfetts um 13 Prozent nachgewiesen werden — ohne dass die Teilnehmer signifikant Gewicht verloren hatten. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zeigt dabei die besten Ergebnisse für den Gesamtstoffwechsel.

Aus der Praxis Häufig beobachtetes Muster: Ein 61-jähriger Patient mit Fettleber und Kniearthrose kann nicht joggen. Sein Hausarzt empfiehlt drei Einheiten Radergometer pro Woche (je 30 Minuten bei moderater Intensität) plus leichtes Krafttraining mit Therabändern. Nach drei Monaten ist sein Leberfettanteil in der MRT-Kontrolle von 18 auf 11 Prozent gesunken — bei stabilem Körpergewicht. Der Fall zeigt: Auch bei eingeschränkter Mobilität gibt es wirksame Bewegungsoptionen.
Wichtig Sie müssen nicht sofort Leistungssport betreiben. Jede Bewegung zählt. Wer von Null startet, sollte langsam beginnen: 3× 20 Minuten Spazierengehen pro Woche ist ein guter erster Schritt. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Intensität.

4. Zucker und Fruktose reduzieren

Industriell zugesetzter Zucker — insbesondere Fruktose in Softdrinks, Fruchtsäften und hochverarbeiteten Lebensmitteln — ist ein direkter Treiber der Leberverfettung. Fruktose wird fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt und fördert dort die Fettbildung (De-novo-Lipogenese).

Die EASL-Leitlinien 2024 empfehlen ausdrücklich, zuckerhaltige Getränke zu meiden und hochverarbeitete Lebensmittel einzuschränken. Studien zeigen, dass der tägliche Konsum von Softdrinks das Fettleber-Risiko um bis zu 56 Prozent erhöht.

Wussten Sie? Fruktose aus ganzen Früchten (z. B. Äpfel, Beeren) ist nicht schädlich für die Leber. Der Unterschied: Ganze Früchte liefern Ballaststoffe, Vitamine und Wasser — die Aufnahme der Fruktose ist dadurch verlangsamt. Problematisch ist die industrielle Fruktose in Getränken und Fertigprodukten, die in hohen Dosen und ohne Begleitstoffe in die Leber gelangt.

Konkret heißt das: Wasser und ungesüßten Tee als Standardgetränke, keine Softdrinks, keine Fruchtsäfte (auch „100 % Saft" ist problematisch), Süßigkeiten und Fertigprodukte deutlich reduzieren. Vollständiger Verzicht auf Zucker ist nicht nötig — aber eine bewusste Reduktion macht einen messbaren Unterschied.

5. Alkohol meiden

Alkohol und metabolische Risikofaktoren schädigen die Leber unabhängig voneinander — und in Kombination verstärken sie sich gegenseitig. Die aktuellen Leitlinien haben ihre Position zu Alkohol bei Fettleber deutlich verschärft: Einen sicheren Schwellenwert gibt es nicht.

Die EASL-Leitlinien 2024 empfehlen:

  • Allen MASLD-Betroffenen wird von Alkoholkonsum abgeraten
  • Bei fortgeschrittener Fibrose (F3) oder Zirrhose (F4): Vollständige und dauerhafte Alkoholabstinenz ist erforderlich

Frühere Annahmen, dass moderater Alkoholkonsum sogar schützend wirken könnte, sind nach aktueller Studienlage nicht haltbar — insbesondere bei Menschen mit metabolischen Risikofaktoren. Die DGVS-Leitlinie definiert die Grenzwerte für nicht-alkoholische Fettleber sogar strenger als international üblich: Bereits ab 10 g Alkohol pro Tag bei Frauen und 20 g pro Tag bei Männern wird die Diagnose MASLD hinterfragt.

Fakt 10 g reiner Alkohol entsprechen etwa einem kleinen Glas Bier (0,25 l) oder einem kleinen Glas Wein (0,1 l). Schon geringe Mengen können bei bestehender Fettleber die Leberschädigung beschleunigen. Quelle: EASL Guidelines 2024; DGVS S2k-Leitlinie 2022

6. Kaffee trinken — ja, wirklich

Kaffeekonsum gehört zu den wenigen Ernährungsgewohnheiten, die in den aktuellen Leitlinien ausdrücklich empfohlen werden. Mehrere große Metaanalysen zeigen, dass regelmäßiger Kaffeegenuss die Leber schützt — vor allem vor Fibrose und Entzündung.

Die Datenlage im Überblick:

  • Kaffeetrinker haben ein um 35 Prozent niedrigeres Risiko für signifikante Leberfibrose
  • Ab 3 Tassen pro Tag zeigt sich in Dosis-Wirkungs-Analysen ein deutlich reduziertes Fettleber-Risiko
  • Der Schutzeffekt besteht sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee — was darauf hindeutet, dass nicht nur das Koffein, sondern auch andere Inhaltsstoffe wie Chlorogensäure eine Rolle spielen
Wussten Sie? Koffein hemmt die Aktivierung der sogenannten hepatischen Sternzellen — genau jener Zellen, die für die Bildung von Narbengewebe (Fibrose) in der Leber verantwortlich sind. Gleichzeitig wirkt Chlorogensäure im Kaffee antioxidativ und entzündungshemmend.

Wichtig: Gemeint ist Filterkaffee, schwarz oder mit wenig Milch — nicht Frappuccino oder Kaffeespezialitäten mit Sirup und Sahne. Wer bisher keinen Kaffee trinkt, muss nicht zwingend damit anfangen. Wer aber ohnehin Kaffee genießt, kann dies bedenkenlos fortsetzen — die Leber profitiert davon.

7. Herz-Kreislauf-Risiko aktiv managen

Die häufigste Todesursache bei Fettleber-Betroffenen ist nicht die Lebererkrankung selbst — sondern Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie machen rund 40 Prozent aller Todesfälle bei MASLD-Patienten aus. Das Herz-Kreislauf-Risiko aktiv zu behandeln ist daher genauso wichtig wie die Leber selbst.

Was konkret zu tun ist:

  • Blutfettwerte kontrollieren: Statine sind bei Fettleber sicher und empfohlen — auch bei erhöhten Leberwerten
  • Blutzucker überwachen: Fettleber und Typ-2-Diabetes verstärken sich gegenseitig
  • Blutdruck behandeln: Ein erhöhter Blutdruck ist bei MASLD häufig und erhöht das kardiovaskuläre Risiko zusätzlich
  • Nicht rauchen: Rauchen verschlechtert sowohl die Leber- als auch die Herz-Kreislauf-Prognose
Wichtig Ein verbreiteter Irrtum: Statine (Cholesterinsenker) seien bei erhöhten Leberwerten gefährlich. Das Gegenteil ist der Fall. Alle aktuellen Leitlinien empfehlen Statine bei Fettleber ausdrücklich — sie sind sicher und senken nachweislich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Statine sollten nur bei dekompensierter Leberzirrhose vermieden werden.
Mehr dazu: Fettleber-Diagnose im Detail

Was ist mit Medikamenten gegen Fettleber?

Bis vor kurzem gab es kein einziges zugelassenes Medikament gegen die Fettleberentzündung (MASH). Das hat sich 2024/2025 grundlegend geändert — erstmals stehen zwei Wirkstoffe zur Verfügung, die gezielt gegen MASH mit fortgeschrittener Fibrose eingesetzt werden können.

Resmetirom — das erste zugelassene MASH-Medikament

Resmetirom ist ein Schilddrüsenhormon-Rezeptor-Agonist (THR-β), der die Fettverbrennung in der Leber steigert und Entzündung sowie Fibrose reduziert. Er erhielt im März 2024 die FDA-Zulassung und im August 2025 die EU-Zulassung für die Behandlung von MASH mit mittlerer bis fortgeschrittener Fibrose (F2–F3). In der bisher größten Zulassungsstudie (über 900 Patienten) erreichten rund 30 Prozent der Teilnehmer eine Verbesserung der Fibrose. Die DGVS hat im November 2025 ein eigenes Leitlinien-Amendment zu Resmetirom veröffentlicht.

Semaglutid — der GLP-1-Rezeptoragonist

Semaglutid, ein GLP-1-Rezeptoragonist, der bereits zur Behandlung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes zugelassen ist, erhielt im August 2025 die FDA-Zulassung für MASH mit F2–F3-Fibrose. Die EU-Zulassung wird zeitnah erwartet. In der großen Zulassungsstudie (knapp 1.200 Patienten) erreichten rund 63 Prozent der Teilnehmer eine Rückbildung der Leberentzündung — bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme von durchschnittlich 10 Prozent.

Wichtig Beide Wirkstoffe sind nur für Patienten mit nachgewiesener Leberentzündung (MASH) und Fibrose (Vernarbung) zugelassen — nicht für die einfache Fettleber ohne Entzündung. Die Verordnung erfolgt durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte nach entsprechender Diagnostik. Lifestyle-Maßnahmen bleiben auch unter Medikamenten die Basis der Behandlung.

Darüber hinaus werden bei begleitendem Typ-2-Diabetes Wirkstoffe wie Pioglitazon eingesetzt, die den Leberstoffwechsel positiv beeinflussen. Vitamin E (800 IE/Tag) wird in manchen Leitlinien für nicht-diabetische Betroffene mit MASH erwogen, hat jedoch Einschränkungen hinsichtlich Langzeitsicherheit und Wirkung auf Fibrose.

Regelmäßige Kontrolle — so bleibt die Leber im Blick

Eine Fettleber erfordert regelmäßige ärztliche Nachsorge — auch dann, wenn keine Beschwerden vorliegen. Die Kontrollintervalle richten sich nach dem individuellen Risiko, das anhand einfacher Bluttests eingeschätzt werden kann.

Risikoeinstufung (FIB-4-Score)Empfohlene Kontrolle
Niedriges Risiko (FIB-4 < 1,3)Alle 2–3 Jahre beim Hausarzt
Mittleres Risiko (FIB-4 1,3–2,67)Jährliche Kontrolle, Begleiterkrankungen behandeln
Hohes Risiko (FIB-4 > 2,67)Überweisung an Gastroenterologie/Hepatologie

Zur erweiterten Diagnostik kann eine Elastografie (FibroScan) die Lebersteifigkeit messen und Hinweise auf eine Fibrose geben. Bei Leberzirrhose ist eine halbjährliche Ultraschallkontrolle zur Früherkennung eines Leberzellkarzinoms erforderlich.

Aus der Praxis Häufig beobachtetes Muster: Ein 52-jähriger Patient mit Typ-2-Diabetes und Fettleber Grad II kommt zur Jahreskontrolle. Die Leberwerte sind stabil, aber der FIB-4-Score liegt im mittleren Bereich. Der Hausarzt veranlasst einen FibroScan beim Gastroenterologen — Ergebnis: beginnende Fibrose (F2). Die frühzeitige Erkennung ermöglicht eine gezielte Therapie, bevor die Erkrankung weiter fortschreitet.
Mehr dazu: Fettleber-Diagnose im Detail

Der wichtigste erste Schritt

Fettleber ist behandelbar — und je früher Sie handeln, desto besser die Aussichten. Was tun bei Fettleber? Fangen Sie nicht mit allem gleichzeitig an. Wählen Sie eine Maßnahme, die für Sie umsetzbar ist, und beginnen Sie diese Woche damit.

Der wichtigste erste Schritt: Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch gezielt Ihre Leberwerte an. Lassen Sie einen Ultraschall durchführen, falls noch nicht geschehen. Und wenn Sie bereits eine Fettleber-Diagnose haben: Bitten Sie um den FIB-4-Score — er zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

Aus der Praxis Viele Betroffene berichten, dass der entscheidende Moment nicht die Diagnose selbst war, sondern der Tag, an dem sie die erste konkrete Veränderung umgesetzt haben — sei es der Verzicht auf Softdrinks, der erste Spaziergang nach Feierabend oder das Gespräch mit dem Hausarzt über die Leberwerte. Perfektion ist nicht nötig. Konsistenz schon.
Mehr dazu: Arzt in Ihrer Nähe finden

Häufige Fragen: Fettleber — was tun?

Was hilft am schnellsten gegen Fettleber?

Die wirksamste Einzelmaßnahme ist die Gewichtsabnahme. Bereits 5 Prozent Gewichtsverlust können die Leberverfettung deutlich reduzieren. Am schnellsten zeigen sich Effekte durch eine Kombination aus kalorienreduzierter mediterraner Ernährung und regelmäßiger Bewegung — erste Verbesserungen der Leberwerte sind oft innerhalb von 4 bis 8 Wochen messbar.

Was kann man gegen Fettleber tun, wenn man Normalgewicht hat?

Etwa 20 Prozent der Fettleber-Betroffenen sind nicht übergewichtig — man spricht von „Lean MASLD". In diesem Fall stehen Ernährungsqualität und Bewegung im Vordergrund, nicht das Abnehmen. Die mediterrane Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und die Reduktion von Zucker und Alkohol sind auch hier die wirksamsten Maßnahmen.

Kann sich eine Fettleber vollständig zurückbilden?

Ja. Eine einfache Fettleber (Steatose ohne Entzündung) ist in der Regel vollständig reversibel. Auch eine Fettleberentzündung (MASH) kann sich bei konsequenten Lifestyle-Änderungen zurückbilden. Selbst eine bestehende Fibrose kann sich bei ausreichender Gewichtsabnahme (mindestens 10 Prozent) verbessern. Nur eine fortgeschrittene Zirrhose ist in der Regel nicht mehr vollständig reversibel.

Welche Lebensmittel sollte man bei Fettleber meiden?

Vermieden werden sollten vor allem: Softdrinks und Fruchtsäfte (wegen der Fruktose), Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Fertiggerichte und Fast Food (hochverarbeitete Lebensmittel), frittierte Speisen und Alkohol. Rotes Fleisch und Wurstwaren sollten deutlich eingeschränkt werden.

Ist Fettleber heilbar?

In frühen Stadien ja. Die Fettleber ist eine der wenigen chronischen Erkrankungen, die durch Lebensstiländerungen vollständig rückgängig gemacht werden kann. Entscheidend ist, frühzeitig zu handeln — bevor sich eine fortgeschrittene Fibrose oder Zirrhose entwickelt.

Was tun gegen Fettleber — reicht Ernährung allein?

Ernährungsumstellung ist ein wichtiger Baustein, aber in Kombination mit regelmäßiger Bewegung deutlich wirksamer. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität das Leberfett auch unabhängig von der Ernährung reduziert. Die besten Ergebnisse erzielen Betroffene, die Ernährung, Bewegung und Gewichtsmanagement gemeinsam umsetzen.

Gibt es Medikamente gegen Fettleber?

Seit 2024/2025 sind erstmals zwei Wirkstoffe (Resmetirom und Semaglutid) für die Behandlung der Fettleberentzündung (MASH) mit Fibrose zugelassen. Sie kommen jedoch nur bei fortgeschrittener Erkrankung zum Einsatz und ersetzen keine Lifestyle-Maßnahmen. Für die einfache Fettleber ohne Entzündung gibt es weiterhin keine medikamentöse Therapie — hier sind Lebensstiländerungen die einzige wirksame Behandlung.

Wie lange dauert es, bis sich eine Fettleber zurückbildet?

Erste Verbesserungen der Leberwerte können bereits nach 4 bis 8 Wochen eintreten. Eine deutliche Reduktion der Leberverfettung im Ultraschall oder MRT zeigt sich häufig nach 3 bis 6 Monaten konsequenter Lebensstiländerung. Die Rückbildung einer Fibrose benötigt in der Regel längere Zeit — mindestens 12 Monate.

Welcher Arzt behandelt eine Fettleber?

Erste Anlaufstelle ist die hausärztliche Praxis. Dort können Leberwerte bestimmt und ein Ultraschall durchgeführt werden. Bei auffälligen Befunden oder erhöhtem Fibrose-Risiko erfolgt die Überweisung an eine gastroenterologische oder hepatologische Praxis für weiterführende Diagnostik wie FibroScan oder Elastografie.

Sind Nahrungsergänzungsmittel bei Fettleber sinnvoll?

Aktuelle Leitlinien empfehlen keine Nahrungsergänzungsmittel, Probiotika oder pflanzlichen Präparate zur Behandlung der Fettleber. Es gibt keine ausreichende Evidenz für einen Nutzen. Vitamin E wird in bestimmten Fällen ärztlich erwogen, sollte aber nicht eigenständig eingenommen werden. Mariendistel, Kurkuma und ähnliche Präparate haben in klinischen Studien bisher keinen überzeugenden Effekt gezeigt.

Quellenverzeichnis

  1. European Association for the Study of the Liver (EASL), European Association for the Study of Diabetes (EASD), European Association for the Study of Obesity (EASO): EASL–EASD–EASO Clinical Practice Guidelines on the Management of Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease (MASLD). J Hepatol, 2024; 81(3): 492–542.
  2. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. AWMF-Register-Nr. 021-025, 2022.
  3. DGVS: Amendment der S2k-Leitlinie MASLD — Resmetirom, November 2025.
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  5. Haigh L et al.: The effectiveness and acceptability of Mediterranean diet and calorie restriction in non-alcoholic fatty liver disease: A systematic review and meta-analysis. Clinical Nutrition, 2022; 41: 1913–1931.
  6. Harrison SA et al.: Resmetirom for nonalcoholic fatty liver disease (MAESTRO-NASH). N Engl J Med, 2024; 390: 497–509.
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  8. Rinella ME et al.: A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology, 2023.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.