MASLD & MASH: Was bedeuten die neuen Bezeichnungen für Fettleber?

Aus NAFLD wird MASLD, aus NASH wird MASH. Was die neue Nomenklatur bedeutet und warum sie für Patienten wichtig ist.

6. Feb. 2026
MASLD & MASH: Was bedeuten die neuen Bezeichnungen für Fettleber?

Was ist Steatosis hepatis?

Steatosis hepatis ist der medizinische Fachbegriff für eine Fettleber. Die Diagnose bedeutet, dass mehr als fünf Prozent der Leberzellen übermäßig Fett eingelagert haben. Seit 2023 lautet die international empfohlene Bezeichnung MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) — früher als NAFLD bekannt.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen (stéar = Fett) und Lateinischen (hepar = Leber) und beschreibt zunächst nur den Befund der Leberverfettung — unabhängig von der Ursache. Wenn Sie diesen Begriff in einem Ultraschallbefund oder Arztbrief lesen, heißt das: Bei Ihnen wurde eine Fettleber festgestellt. Der Befund sagt allerdings noch nichts über das Ausmaß oder mögliche Folgen aus — das hängt vom Schweregrad und davon ab, ob bereits eine Entzündung vorliegt.

Die Fettleber ist die häufigste chronische Lebererkrankung weltweit. In Deutschland sind schätzungsweise 18 bis 25 Millionen Erwachsene betroffen. Die Mehrheit weiß nichts davon, da eine Steatosis hepatis in frühen Stadien keine Beschwerden verursacht.

Fakt Rund jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat eine Fettleber. Der Befund „Steatosis hepatis" steht häufig in Ultraschallberichten — gemeint ist damit eine Leberverfettung. Quelle: Younossi ZM et al., Hepatology 2023; RKI Gesundheitsberichterstattung
Mehr dazu: Was genau ist eine Fettleber?

Steatosis hepatis Grad I, II und III — was bedeuten die Schweregrade?

Die Schweregrade der Steatosis hepatis beschreiben, wie viel Lebergewebe verfettet ist. Die Einteilung erfolgt in der Regel per Ultraschall und orientiert sich am prozentualen Anteil der betroffenen Leberzellen.

GradVerfettungBetroffene LeberzellenEinordnung
Grad ILeicht5–33 %Häufigster Befund, gute Prognose
Grad IIMäßig34–66 %Deutliche Verfettung, Handlungsbedarf
Grad IIISchwerÜber 66 %Ausgeprägte Verfettung, engmaschige Kontrolle

Grad I — leichte Steatosis hepatis

Bei Grad I sind bis zu einem Drittel der Leberzellen verfettet. Das ist der mit Abstand häufigste Befund und wird oft als Zufallsergebnis bei einer Routineuntersuchung entdeckt. In diesem Stadium verursacht die Fettleber in der Regel keine Beschwerden. Die Prognose ist gut: Durch Ernährungsumstellung und Bewegung lässt sich die Verfettung meist vollständig zurückbilden.

Grad II — mäßige Steatosis hepatis

Bei Grad II ist ein Drittel bis zwei Drittel des Lebergewebes betroffen. Der Ultraschallbefund zeigt eine deutlich erhöhte Echogenität — die Leber erscheint „heller" als normal. In diesem Stadium steigt das Risiko, dass sich eine Entzündung entwickelt (Steatohepatitis/MASH). Eine gezielte Lebensstiländerung ist hier besonders wichtig, um das Fortschreiten zu verhindern.

Grad III — schwere Steatosis hepatis

Bei Grad III sind mehr als zwei Drittel der Leberzellen verfettet. Die Leber ist im Ultraschall stark echogen, tiefere Strukturen wie die Lebervenen sind oft nur noch eingeschränkt erkennbar. Dieses Stadium erfordert eine engmaschige ärztliche Überwachung, da das Risiko für eine Steatohepatitis, Fibrose und langfristig eine Zirrhose deutlich erhöht ist.

Wichtig Der Schweregrad allein entscheidet nicht über die Prognose. Entscheidend ist, ob zusätzlich eine Entzündung (MASH) oder bereits eine Fibrose vorliegt. Auch eine Grad-I-Fettleber kann sich entzünden, und eine Grad-III-Fettleber kann sich bei konsequenter Behandlung zurückbilden.
Aus der Praxis Häufiges Muster: Ein Patient liest im Ultraschallbefund „Steatosis hepatis Grad II" und ist verunsichert, weil der Hausarzt wenig Zeit zur Erklärung hatte. Grad II bedeutet: Die Verfettung ist mäßig ausgeprägt und sollte ernst genommen werden — aber sie ist gut behandelbar und in den meisten Fällen reversibel. Wichtig ist jetzt, die Leberwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen und aktiv gegenzusteuern.

Ursachen und Risikofaktoren einer Steatosis hepatis

Die häufigste Ursache einer Steatosis hepatis sind metabolische Risikofaktoren — also Stoffwechselstörungen, die mit dem westlichen Lebensstil zusammenhängen. In der neuen MASLD-Nomenklatur sind genau diese Faktoren Teil der Diagnosekriterien.

Die häufigsten Ursachen

  • Übergewicht und Adipositas: Etwa 70 bis 80 Prozent der MASLD-Patienten sind übergewichtig. Besonders das viszerale Fett (Bauchfett) steht in engem Zusammenhang mit der Leberverfettung.
  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes: Eine gestörte Insulinwirkung fördert die Einlagerung von Fett in die Leber. Über 70 Prozent der MASLD-Patienten weisen eine Insulinresistenz auf.
  • Erhöhte Blutfettwerte: Insbesondere hohe Triglyzeride und niedriges HDL-Cholesterin begünstigen die Leberverfettung.
  • Metabolisches Syndrom: Die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und gestörtem Zuckerstoffwechsel ist der stärkste Risikofaktor für MASLD.

Weitere Risikofaktoren

  • Ernährung: Eine fruktosereiche Ernährung (Softdrinks, Fertigprodukte) sowie ein hoher Konsum gesättigter Fettsäuren fördern die hepatische Fetteinlagerung.
  • Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität begünstigt die Insulinresistenz und damit die Verfettung der Leber — unabhängig vom Körpergewicht.
  • Genetische Veranlagung: Varianten im PNPLA3-Gen erhöhen das Risiko für eine Steatosis hepatis erheblich. Diese genetische Komponente erklärt, warum auch normalgewichtige Personen eine Fettleber entwickeln können.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Kortikosteroide, Tamoxifen oder Amiodaron können als Nebenwirkung eine Leberverfettung verursachen.
  • Alkohol: Bei der metabolisch bedingten Fettleber (MASLD) ist Alkohol nicht die Hauptursache — kann aber als zusätzlicher Faktor die Leber belasten (siehe Kategorie MetALD).
Fakt Etwa 10 bis 20 Prozent aller Fettleber-Patienten sind normalgewichtig — sogenannte „lean MASLD". Genetische Faktoren und Insulinresistenz können auch ohne Übergewicht zur Leberverfettung führen. Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines 2024; Eslam M et al., J Hepatol 2020
Wussten Sie? Fruktose — besonders aus Softdrinks und industriell gesüßten Lebensmitteln — wird in der Leber direkt in Fett umgewandelt. Im Gegensatz zu Glukose umgeht Fruktose die regulären Stoffwechselkontrollpunkte und fördert die Leberverfettung direkt.
Mehr dazu: Symptome einer Fettleber erkennen

Von NAFLD zu MASLD — die neue Nomenklatur erklärt

MASLD ersetzt seit 2023 den bisherigen Begriff NAFLD (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease). Die Umbenennung wurde durch einen internationalen Delphi-Konsens beschlossen, an dem über 200 Fachgesellschaften aus mehr als 50 Ländern beteiligt waren.

Der entscheidende Unterschied: NAFLD war eine Ausschlussdiagnose — die Bezeichnung sagte nur, was die Fettleber nicht verursacht hat (nämlich Alkohol). MASLD hingegen ist eine positive Diagnose: Sie benennt die tatsächliche Ursache, nämlich eine metabolische Funktionsstörung.

Warum wurde die Nomenklatur geändert?

Drei zentrale Gründe führten zum internationalen Konsens:

  1. Weg von der Ausschlussdiagnose: NAFLD sagte nichts über die tatsächliche Ursache aus. MASLD benennt den kausalen Zusammenhang mit metabolischen Risikofaktoren direkt — das ermöglicht gezieltere Diagnostik und Behandlung.
  2. Entstigmatisierung: Der Begriff „nicht-alkoholische Fettleber" zwang Patienten bei jeder Erwähnung ihrer Diagnose in eine Rechtfertigung. Studien zeigen, dass diese Alkohol-Assoziation von Betroffenen als belastend empfunden wurde.
  3. Bessere Abbildung des Krankheitsspektrums: Die alte Einteilung kannte nur „alkoholisch" oder „nicht-alkoholisch". Die Realität ist differenzierter — manche Patienten haben beides. Die neue Nomenklatur bildet dieses Spektrum durch Kategorien wie MetALD besser ab.

Die Diagnosekriterien für MASLD

Für die Diagnose MASLD müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  1. Nachweis einer Leberverfettung (Steatosis hepatis) — per Ultraschall, MRT oder Leberbiopsie
  2. Mindestens ein kardiometabolischer Risikofaktor — dazu zählen: Übergewicht (BMI ≥ 25), erhöhter Bauchumfang (≥ 94 cm bei Männern, ≥ 80 cm bei Frauen), Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes, erhöhte Triglyzeride (≥ 150 mg/dl), niedriges HDL-Cholesterin, oder arterielle Hypertonie (≥ 130/85 mmHg)

In der Praxis erfüllen rund 99 Prozent aller bisherigen NAFLD-Patienten automatisch auch die MASLD-Kriterien.

Wichtig Wenn in Ihrem Arztbrief noch „NAFLD" steht, ist das nicht falsch — viele Praxen stellen gerade auf die neue Nomenklatur um. Der Befund und die Behandlung bleiben gleich, nur die Bezeichnung ändert sich.
Wussten Sie? Am Delphi-Konsens zur Umbenennung waren auch Patientenorganisationen beteiligt. Der neue Name wurde mit über 70 Prozent Zustimmung angenommen — ein ungewöhnlich breiter Konsens in der Medizin. Quelle: Rinella ME et al., Hepatology 2023

Von NASH zu MASH — die Fettleberentzündung neu benannt

MASH (Metabolic Dysfunction-Associated Steatohepatitis) ist der neue Begriff für die entzündliche Form der Fettleber, die bisher als NASH (Non-Alcoholic Steatohepatitis) bekannt war. Eine Steatohepatitis liegt vor, wenn zur Verfettung der Leber eine aktive Entzündung hinzukommt.

Die Unterscheidung zwischen reiner Steatosis hepatis und Steatohepatitis ist klinisch entscheidend:

  • MASLD ohne Entzündung: Verfettung der Leber — reversibel, gute Prognose
  • MASH: Verfettung plus Entzündung — Risiko für Fibrose, engmaschigere Kontrolle nötig
  • Fibrose/Zirrhose: Narbiger Umbau des Lebergewebes — teilweise irreversibel
Fakt Etwa 20 bis 30 Prozent aller MASLD-Patienten entwickeln eine Steatohepatitis (MASH). Seit 2024 sind erstmals Wirkstoffe speziell für die Behandlung von MASH zugelassen. Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines 2024; Younossi ZM et al., Hepatology 2023

Die neuen Kategorien der Fettlebererkrankung

Der neue Oberbegriff für alle Formen der Leberverfettung lautet SLD (Steatotic Liver Disease). Darunter werden erstmals alle Ursachen in einem einheitlichen System zusammengefasst.

KategorieBedeutungKriterien
MASLDMetabolisch bedingte FettleberSteatosis + ≥ 1 kardiometabolischer Risikofaktor
MASHMetabolisch bedingte FettleberentzündungMASLD + histologisch nachgewiesene Entzündung
MetALDMischform: metabolisch + AlkoholMASLD-Kriterien + moderater Alkoholkonsum (Frauen: ca. 1–3 Standardgläser/Tag, Männer: ca. 1,5–4 Standardgläser/Tag)
ALDAlkoholbedingte FettleberSteatosis + hoher Alkoholkonsum
Spezifische UrsachenMedikamente, genetische Erkrankungen u. a.Steatosis durch identifizierbare Einzelursache
Kryptogene SLDFettleber unklarer UrsacheSteatosis ohne metabolische, alkoholische oder spezifische Ursache
Wichtig MetALD ist eine wichtige Neuerung: Sie erfasst Patienten, die sowohl metabolische Risikofaktoren als auch einen moderaten Alkoholkonsum aufweisen. Diese Gruppe fiel in der alten Nomenklatur durch das Raster.

NAFLD vs. MASLD — die wichtigsten Unterschiede

Die Umstellung von NAFLD auf MASLD verändert nicht die Erkrankung selbst, sondern wie sie diagnostiziert und eingeordnet wird. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen.

MerkmalNAFLD (alt)MASLD (neu)
DiagnoseansatzAusschlussdiagnosePositive Diagnose
Definiert überAbwesenheit von AlkoholVorhandensein metabolischer Risikofaktoren
AlkoholkonsumStreng ausgeschlossenModerater Konsum möglich (→ MetALD)
StigmatisierungAlkohol-Assoziation im NamenNeutral, ursachenbasiert
Entzündliche FormNASHMASH
OberbegriffKeiner einheitlichSLD (Steatotic Liver Disease)
Eingeführt19802023 (Delphi-Konsens)
Aus der Praxis In der Umstellungsphase werden beide Begriffe parallel verwendet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Ultraschallbefund noch „Steatosis hepatis" oder „V. a. NAFLD" steht, während die Klinik bereits die MASLD-Nomenklatur nutzt. Inhaltlich meinen beide dasselbe.

Steatosis hepatis im Arztbrief — was tun nach dem Befund?

Wenn bei Ihnen eine Steatosis hepatis festgestellt wurde, ist das zunächst kein Grund zur Panik — aber ein klares Signal zum Handeln. Die Fettleber ist in frühen Stadien vollständig reversibel, doch sie verschwindet nicht von allein.

Schritt 1: Schweregrad und Entzündung klären

Fragen Sie Ihren Arzt gezielt: Welcher Grad liegt vor? Gibt es Hinweise auf eine Entzündung (erhöhte ALT/AST-Werte)? Ist eine weiterführende Untersuchung (FibroScan, Elastografie) sinnvoll? Bei Grad I ohne erhöhte Entzündungswerte reichen in der Regel Lebensstiländerungen und regelmäßige Kontrollen. Bei Grad II oder III, erhöhten Leberwerten oder Verdacht auf Fibrose sollte ein Gastroenterologe einbezogen werden.

Schritt 2: Risikofaktoren identifizieren

Da die Steatosis hepatis in den allermeisten Fällen metabolisch bedingt ist, lohnt ein Blick auf die Begleiterkrankungen: Liegen Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette vor? Diese Faktoren zu behandeln ist gleichzeitig die wirksamste Therapie für die Fettleber.

Schritt 3: Lebensstiländerung — die wirksamste Therapie

Die Basistherapie bei Steatosis hepatis besteht aus drei Säulen:

  • Gewichtsreduktion: Bereits 5 bis 10 Prozent Gewichtsverlust können die Leberverfettung deutlich reduzieren. Bei einer Gewichtsabnahme über 10 Prozent bildet sich in vielen Fällen sogar eine bestehende Fibrose teilweise zurück.
  • Ernährungsumstellung: Die mediterrane Ernährung hat die beste Evidenz für die Lebergesundheit — reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch, arm an Zucker, Fruktose und verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren). Auch Krafttraining verbessert die Insulinsensitivität und reduziert Leberfett — unabhängig vom Gewichtsverlust.
Fakt Eine Gewichtsabnahme von nur 5 Prozent reduziert das Leberfett um bis zu 30 Prozent. Bei 10 Prozent Gewichtsverlust kann sich sogar eine bestehende Entzündung (MASH) zurückbilden. Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines 2024; Vilar-Gomez E et al., Gastroenterology 2015

Schritt 4: Regelmäßige Kontrolle

Eine Steatosis hepatis erfordert regelmäßige Nachsorge — auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Die EASL-Leitlinien empfehlen:

  • Bei MASLD ohne Fibrose: Leberwerte und Ultraschall alle 1 bis 2 Jahre
  • Bei bekannter Fibrose oder MASH: FibroScan und Leberwerte alle 6 bis 12 Monate
  • Begleitend: Kardiovaskuläre Risikofaktoren mitüberwachen — Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei MASLD-Patienten

📊 Befund-Einordnung: Wie ist Ihre Steatosis hepatis einzuschätzen?

Beantworten Sie 4 kurze Fragen zu Ihrem Befund — anonym und unverbindlich.

⚠️ Dieses Tool ersetzt keine ärztliche Diagnose. Es dient ausschließlich der Orientierung.

1. Welchen Grad hat Ihre Steatosis hepatis laut Befund?

2. Wurden erhöhte Leberwerte (ALT, AST, GGT) festgestellt?

3. Liegt bei Ihnen eine der folgenden Begleiterkrankungen vor?

4. Wurde eine Fibrose oder erhöhte Lebersteifigkeit erwähnt?

Mehr dazu: So wird eine Fettleber diagnostiziert

Häufige Fragen zu Steatosis hepatis, MASLD und MASH

Was bedeutet Steatosis hepatis im Ultraschallbefund?

Steatosis hepatis im Ultraschallbefund bedeutet, dass eine Leberverfettung festgestellt wurde. In der Regel wird ein Schweregrad angegeben (Grad I bis III). Der Begriff beschreibt den Befund, nicht die Ursache — diese wird durch weitere Untersuchungen und die Anamnese abgeklärt.

Ist Steatosis hepatis gefährlich?

Eine reine Steatosis hepatis ohne Entzündung hat eine gute Prognose und ist vollständig reversibel. Gefährlich wird es, wenn sich eine Entzündung entwickelt (MASH), die unbehandelt zu Fibrose oder Zirrhose fortschreiten kann. Zudem erhöht die Fettleber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen — diese sind die häufigste Todesursache bei MASLD-Patienten.

Was ist der Unterschied zwischen Steatosis hepatis Grad I, II und III?

Die Grade beschreiben das Ausmaß der Verfettung: Grad I (leicht) bedeutet, dass 5 bis 33 Prozent der Leberzellen verfettet sind, Grad II (mäßig) 34 bis 66 Prozent und Grad III (schwer) über 66 Prozent. Die Einteilung erfolgt meist per Ultraschall. Entscheidend für die Prognose ist jedoch nicht nur der Grad, sondern ob zusätzlich eine Entzündung oder Fibrose vorliegt.

Ist MASLD dasselbe wie NAFLD?

Weitgehend ja. MASLD ist seit 2023 der Nachfolgebegriff von NAFLD. NAFLD wurde über den Ausschluss von Alkohol definiert, MASLD über das Vorhandensein metabolischer Risikofaktoren. Rund 99 Prozent aller bisherigen NAFLD-Patienten erfüllen auch die MASLD-Kriterien. Befund und Behandlung bleiben gleich.

Was ist eine Steatohepatitis?

Eine Steatohepatitis ist eine Fettleberentzündung — also eine Fettleber, bei der zusätzlich eine aktive Entzündung des Lebergewebes vorliegt. Die aktuelle Bezeichnung lautet MASH (früher NASH). Die Entzündung kann Leberzellen schädigen und langfristig zu einer Vernarbung (Fibrose) und im weiteren Verlauf zu einer Zirrhose führen.

Was ist der Unterschied zwischen MASLD und MASH?

MASLD beschreibt eine metabolisch bedingte Fettleber ohne Entzündung. MASH ist die entzündliche Weiterentwicklung: Zur Verfettung kommt eine aktive Entzündung hinzu. Die Unterscheidung ist wichtig, weil MASH ein höheres Risiko für Fibrose und Zirrhose birgt und engmaschiger überwacht werden sollte.

Was bedeutet MetALD?

MetALD ist eine neue Kategorie für Patienten, die sowohl metabolische Risikofaktoren als auch einen moderaten Alkoholkonsum aufweisen. In der alten Nomenklatur gab es für diese häufige Kombination keine passende Einordnung. MetALD schließt diese Lücke und ermöglicht eine realistischere Diagnose.

Kann sich eine Steatosis hepatis zurückbilden?

Ja, eine Steatosis hepatis ist in frühen Stadien vollständig reversibel. Bereits eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts kann die Leberverfettung deutlich reduzieren. Auch eine Umstellung auf mediterrane Ernährung und regelmäßige Bewegung haben nachweislich positive Effekte auf die Lebergesundheit.

Gibt es Medikamente gegen MASLD oder MASH?

Seit 2024 sind erstmals Wirkstoffe speziell für die Behandlung von MASH zugelassen. Die Basistherapie bleibt jedoch die Lebensstiländerung: Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung und Bewegung sind nachweislich die wirksamsten Maßnahmen. Medikamente kommen ergänzend bei fortgeschrittener Erkrankung zum Einsatz. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Therapie.

Muss ich meinen Arzt nach der neuen Bezeichnung fragen?

Das ist nicht zwingend nötig, kann aber sinnvoll sein. Wenn in Ihren Unterlagen noch „NAFLD" oder „NASH" steht, ist der Befund weiterhin gültig. Bei Ihrem nächsten Termin können Sie fragen, ob Ihre Diagnose nun als MASLD oder MASH eingeordnet wird — das ändert nichts an der Behandlung, sorgt aber für aktuelle Dokumentation.

Welcher Arzt ist bei Steatosis hepatis zuständig?

Der erste Ansprechpartner ist die hausärztliche Praxis, die Leberwerte bestimmen und einen Ultraschall durchführen kann. Bei auffälligen Befunden oder fortgeschrittener Erkrankung erfolgt die Überweisung an einen Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie für weiterführende Untersuchungen wie FibroScan oder Leberbiopsie.

Wird in Deutschland schon die neue Nomenklatur verwendet?

Die Umstellung läuft. Fachgesellschaften wie die DGVS empfehlen bereits die neuen Begriffe MASLD und MASH. In der Praxis werden alte und neue Bezeichnungen noch parallel verwendet. In Leitlinien und Fachliteratur hat sich die neue Nomenklatur seit 2024 weitgehend durchgesetzt.

Quellenverzeichnis

  1. Rinella ME et al.: A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology, 2023; 78(6): 1966–1986.
  2. European Association for the Study of the Liver (EASL): Clinical Practice Guidelines on the Management of Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease (MASLD). J Hepatol, 2024.
  3. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen, 2022 (Aktualisierung 2024).
  4. Younossi ZM et al.: Global epidemiology of nonalcoholic fatty liver disease — meta-analytic assessment of prevalence, incidence, and outcomes. Hepatology, 2023.
  5. Eslam M et al.: A new definition for metabolic dysfunction-associated fatty liver disease: An international expert consensus statement. J Hepatol, 2020; 73(1): 202–209.
  6. Hagström H et al.: 99% of patients with NAFLD meet MASLD criteria and natural history is therefore identical. J Hepatol, 2024; 80(2): e72–e73.
  7. Vilar-Gomez E et al.: Weight loss through lifestyle modification significantly reduces features of NASH. Gastroenterology, 2015; 149(2): 367–378.
  8. Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung — Lebererkrankungen in Deutschland.
  9. AWMF: Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. AWMF-Register-Nr. 021-025.
  10. Lazarus JV et al.: The global NAFLD policy review and preparedness index. J Hepatol, 2022; 76(4): 771–780.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.