Fettleber Selbsttest: Testen Sie Ihr Risiko in 2 Minuten

Habe ich eine Fettleber? Machen Sie den kostenlosen Fettleber-Selbsttest mit dem wissenschaftlich validierten Fettleber-Index (FLI).

15. Apr. 2026
Fettleber Selbsttest: Testen Sie Ihr Risiko in 2 Minuten

Kurzantwort: Sie können Ihr Fettleber-Risiko mit unserem kostenlosen Schnellcheck in 2 Minuten einschätzen — ohne Laborwerte. Für eine genauere Einschätzung berechnen Sie Ihren Fatty Liver Index (FLI) mit aktuellen Blutwerten. Beide Tests finden Sie auf dieser Seite.

Was ist ein Fettleber-Selbsttest?

Ein Fettleber-Selbsttest ist ein strukturiertes Screening-Instrument, mit dem Sie Ihr persönliches Risiko für eine Fettleber (MASLD) einschätzen können — anhand von Risikofaktoren, Symptomen und, bei klinisch validierten Tests, auch Laborwerten. Ein Selbsttest kann eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen, aber er kann den entscheidenden Anstoß geben, sich untersuchen zu lassen.

Da die Fettleber in frühen Stadien fast immer symptomlos verläuft, wird sie bei den meisten Betroffenen nur zufällig entdeckt. Schätzungsweise 18 bis 25 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber — die Mehrheit weiß nichts davon. Ein gezielter Selbsttest kann helfen, diese Lücke zu schließen.

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Fettleber-Tests, die Sie selbst durchführen können:

  • Symptom- und Risikofaktor-Checks: Fragenbasierte Selbsttests, die anhand Ihrer Angaben zu Körpermaßen, Vorerkrankungen und Beschwerden eine grobe Risikoeinschätzung liefern. Sie benötigen keine Laborwerte.
  • Klinisch validierte Scores (z. B. der Fatty Liver Index): Berechnungen auf Basis von Messwerten wie BMI, Bauchumfang, Triglyzeriden und GGT. Diese Tests sind wissenschaftlich untersucht und haben eine deutlich höhere Aussagekraft.
Wichtig Kein Online-Selbsttest kann eine Fettleber sicher diagnostizieren oder ausschließen. Die Ergebnisse dienen der Orientierung — bei erhöhtem Risiko ist eine ärztliche Abklärung mit Ultraschall der nächste Schritt.

Auf dieser Seite finden Sie beide Varianten: einen schnellen Risiko-Check ohne Laborwerte und einen FLI-Rechner, der den klinisch validierten Fatty Liver Index berechnet.

Wie erkenne ich eine Fettleber? Erste Anzeichen

Eine Fettleber lässt sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms sicher erkennen — denn in den meisten Fällen verursacht sie keine spürbaren Beschwerden. Dennoch gibt es körperliche Hinweise und Risikofaktoren, die Sie selbst prüfen können und die eine Untersuchung nahelegen.

Körperliche Hinweise

Die folgenden Anzeichen können — besonders in Kombination — auf eine belastete Leber hindeuten:

  • Chronische Müdigkeit: Eine bleierne Erschöpfung, die auch nach ausreichend Schlaf nicht nachlässt, ist das häufigste von Betroffenen berichtete Symptom.
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch: Ein dumpfes Spannen unter dem rechten Rippenbogen entsteht, wenn die vergrößerte Leber ihre Kapsel dehnt.
  • Zunehmender Bauchumfang: Eine schleichende viszerale Gewichtszunahme ist sowohl Risikofaktor als auch indirektes Anzeichen.
  • Verdauungsbeschwerden: Blähungen, Völlegefühl und Unverträglichkeit fettreicher Speisen können auf eine gestörte Gallensäurenproduktion hinweisen.
  • Hautveränderungen: Spider Naevi (sternförmige Gefäßzeichnungen) und gerötete Handinnenflächen deuten auf eine fortgeschrittene Leberbelastung hin.
Mehr dazu: Alle 10 Fettleber-Symptome im Detail

Risikofaktoren, die Sie selbst prüfen können

Neben körperlichen Anzeichen sind es vor allem metabolische Risikofaktoren, die eine Fettleber wahrscheinlicher machen. Viele davon kennen Sie bereits aus Ihrer ärztlichen Vorgeschichte oder können Sie zu Hause selbst ermitteln:

RisikofaktorGrenzwert / KriteriumSelbst prüfbar?
Bauchumfang♂ > 94 cm · ♀ > 80 cmJa (Maßband)
BMI≥ 25 (Übergewicht) · ≥ 30 (Adipositas)Ja (Waage + Größe)
Typ-2-DiabetesBekannte Diagnose oder HbA1c ≥ 6,5 %Bekannt / Arzt
Erhöhte BlutfettwerteTriglyzeride > 150 mg/dlLetztes Laborergebnis
Bluthochdruck≥ 130/85 mmHgJa (Blutdruckmessgerät)
PCOS (Frauen)Bekannte DiagnoseBekannt
Familiäre VorbelastungFettleber, Zirrhose oder Diabetes bei Eltern/GeschwisternJa (Familienanamnese)
Fakt Bereits zwei oder mehr Kriterien des metabolischen Syndroms (erhöhter Bauchumfang, Bluthochdruck, erhöhte Triglyzeride, niedriges HDL-Cholesterin, erhöhter Nüchternblutzucker) erhöhen das Fettleber-Risiko erheblich. Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines 2024; Rinella ME et al., Hepatology 2023
Wussten Sie? Auch schlanke Menschen können eine Fettleber entwickeln. Etwa 10 bis 20 Prozent der Normalgewichtigen sind betroffen — man spricht dann von „Lean-MASLD". Risikofaktoren sind unter anderem eine genetische Veranlagung, Insulinresistenz trotz Normalgewicht und ein hoher Fruktosekonsum.

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Dieser kurze Selbsttest erfasst die wichtigsten Risikofaktoren und Symptome in acht Fragen. Sie benötigen keine Laborwerte — nur wenige Angaben zu Ihrem Körper und Ihrer Gesundheitsgeschichte. Das Ergebnis gibt Ihnen eine erste Orientierung, ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll wäre.

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⚠️ Dieser Selbsttest ersetzt keine ärztliche Diagnose. Er dient ausschließlich der Orientierung.

1. Liegt Ihr Bauchumfang über 94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen)?

Der Fatty Liver Index (FLI) — der klinisch validierte Fettleber-Test

Der Fatty Liver Index ist ein wissenschaftlich validiertes Screening-Instrument zur Einschätzung des Fettleber-Risikos. Er wurde 2006 von Bedogni und Kollegen entwickelt und in zahlreichen Studien überprüft. Der FLI wird auch in den aktuellen EASL-Leitlinien als mögliches Screening-Tool erwähnt.

Wie wird der FLI berechnet?

Der Fatty Liver Index kombiniert vier Werte zu einem Score zwischen 0 und 100:

  • BMI (Body-Mass-Index) — berechnet aus Körpergewicht und Größe
  • Bauchumfang in Zentimetern — gemessen auf Höhe des Bauchnabels
  • Triglyzeride in mg/dl — aus einer aktuellen Blutuntersuchung (nüchtern)
  • GGT (Gamma-Glutamyltransferase) in U/l — ein Leberwert aus dem Blutbild

Die mathematische Formel gewichtet diese vier Parameter in einer logistischen Regression. Sie müssen die Formel nicht selbst berechnen — unser FLI-Rechner weiter unten übernimmt das für Sie.

FLI-Ergebnis richtig einordnen

Die Interpretation des Fatty Liver Index erfolgt anhand etablierter Schwellenwerte:

FLI-WertEinschätzungEmpfehlung
< 30Fettleber unwahrscheinlichWeiterhin auf Risikofaktoren achten, reguläre Vorsorge
30 – 60Grauzone — Fettleber möglichÄrztliche Abklärung empfohlen (Ultraschall)
> 60Fettleber wahrscheinlichÄrztliche Abklärung dringend empfohlen
Wichtig Der FLI ist ein Screening-Instrument, kein Diagnosewerkzeug. Ein FLI > 60 bedeutet nicht mit Sicherheit, dass eine Fettleber vorliegt — und ein FLI < 30 schließt sie nicht vollständig aus. Für eine sichere Diagnose ist ein Ultraschall notwendig.
Fakt In der Originalstudie (Bedogni et al., 2006) erreichte der FLI bei einem Schwellenwert von > 60 eine Sensitivität von 61 % und eine Spezifität von 86 % für die Erkennung einer Fettleber per Ultraschall. Quelle: Bedogni G et al., BMC Gastroenterology 2006; 6:33

FLI-Rechner: Berechnen Sie Ihren Fatty Liver Index

Geben Sie Ihre vier Werte ein und erhalten Sie sofort Ihr Ergebnis. Für BMI und Bauchumfang reichen Waage und Maßband — Triglyzeride und GGT finden Sie auf Ihrem letzten Blutbild.

Sie kennen Ihre Laborwerte noch nicht? Kein Problem — nutzen Sie zunächst den Schnellcheck oben, der ohne Blutwerte funktioniert. Den FLI können Sie nach Ihrem nächsten Blutbild berechnen.

📊 FLI-Rechner: Berechnen Sie Ihren Fatty Liver Index

Geben Sie Ihre vier Werte ein — Sie erhalten sofort Ihr Ergebnis.

⚠️ Dieser Rechner ersetzt keine ärztliche Diagnose. Verwenden Sie möglichst aktuelle Laborwerte (nicht älter als 12 Monate).

Gewicht (kg) ÷ Größe (m)²
Bitte geben Sie einen BMI zwischen 12 und 70 ein.
Auf Höhe des Bauchnabels messen
Bitte geben Sie einen Wert zwischen 50 und 200 cm ein.
Nüchtern-Blutbild
Bitte geben Sie einen Wert zwischen 20 und 1500 mg/dl ein.
Gamma-Glutamyltransferase aus dem Blutbild
Bitte geben Sie einen Wert zwischen 1 und 2000 U/l ein.
von 100 Punkten
< 30 unwahrscheinlich30–60 Grauzone> 60 wahrscheinlich
Aus der Praxis Wo finde ich meine Werte? Triglyzeride und GGT stehen auf jedem ausführlichen Blutbild. Falls Ihre letzte Blutabnahme länger als 12 Monate zurückliegt, bitten Sie Ihren Hausarzt um eine aktuelle Bestimmung — das ist eine Kassenleistung und dauert nur wenige Minuten.

Welche Blutwerte deuten auf eine Fettleber hin?

Bestimmte Laborwerte können Hinweise auf eine Fettleber liefern — sie allein reichen aber nicht für eine Diagnose aus. Die wichtigsten Marker im Überblick:

LaborwertNormbereich (orientierend)Bedeutung bei Fettleber
ALT (GPT)♂ < 50 U/l · ♀ < 35 U/lErhöhung deutet auf Leberzellschädigung hin
AST (GOT)♂ < 50 U/l · ♀ < 35 U/lZusammen mit ALT — Verhältnis relevant (De-Ritis-Quotient)
GGT♂ < 60 U/l · ♀ < 40 U/lFrühester Marker bei Leberbelastung, Teil des FLI
Triglyzeride< 150 mg/dlErhöhung zeigt Fettstoffwechselstörung an, Teil des FLI
Nüchternblutzucker< 100 mg/dlErhöhung weist auf Insulinresistenz / Prä-Diabetes hin
HbA1c< 5,7 %Langzeitblutzucker — bei ≥ 6,5 % liegt Diabetes vor
Wichtig Normale Leberwerte schließen eine Fettleber nicht aus. Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der MASLD-Patienten normale ALT-Werte haben. Deshalb ist eine Ultraschalluntersuchung für die Diagnose entscheidend — nicht allein das Blutbild. Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines 2024; DGVS S2k-Leitlinie 2022

Wichtig: Einzelne Werte sind nicht aussagekräftig

Ein einzelner erhöhter Leberwert allein beweist keine Fettleber — und umgekehrt schließen normale Werte sie nicht aus. Erst das Gesamtbild aus Leberwerten, Stoffwechselparametern und Bildgebung ergibt eine verlässliche Einschätzung. Das Verhältnis von AST zu ALT (De-Ritis-Quotient) kann zusätzlich Hinweise auf das Stadium geben.

Mehr dazu: Fettleber-Diagnose — Blutwerte, Ultraschall & Elastografie im Detail

Wann sollten Sie zum Arzt?

Ein Arztbesuch zur Abklärung einer möglichen Fettleber ist sinnvoll, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Ihr Selbsttest oder FLI-Ergebnis zeigt ein erhöhtes Risiko an
  • Ihr Bauchumfang liegt über 94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen)
  • Sie haben Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes oder ein metabolisches Syndrom
  • Erhöhte Leberwerte (ALT, GGT) bei einer früheren Blutuntersuchung
  • Symptome wie chronische Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden oder Hautveränderungen bestehen seit Wochen
  • Fettleber, Leberzirrhose oder Diabetes in der Familie

Der erste Ansprechpartner ist Ihre Hausarztpraxis. Bitten Sie gezielt um eine Bestimmung der Leberwerte und einen Ultraschall des Oberbauchs. Beides ist unkompliziert, schmerzfrei und wird von der Krankenkasse übernommen.

Aus der Praxis Tipp für Ihren Arztbesuch: Nehmen Sie Ihr letztes Blutbild mit und erwähnen Sie gezielt, dass Sie Ihr Fettleber-Risiko abklären lassen möchten. Die EASL-Leitlinien empfehlen, bei metabolischen Risikofaktoren aktiv nach einer Fettleber zu screenen — in der Praxis geschieht das bislang noch zu selten.
Wichtig Gelbfärbung der Haut oder Augen (Ikterus), starke Oberbauchschmerzen oder dunkler Urin in Kombination mit hellem Stuhl sind Warnsignale, die eine sofortige ärztliche Abklärung erfordern — unabhängig vom Ergebnis eines Selbsttests.

Professionelle Diagnose — was der Arzt untersucht

Die ärztliche Diagnose einer Fettleber folgt einem stufenweisen Vorgehen. Der Aufwand steigt mit jedem Schritt — aber nicht jeder Betroffene braucht alle Stufen.

StufeMethodeWas sie zeigtWo verfügbar
1BlutuntersuchungLeberwerte (ALT, AST, GGT), Blutfette, BlutzuckerHausarzt
2Ultraschall (Sonografie)Verfettungsgrad, Lebergröße, StrukturHausarzt / Internist
3Fibrose-Scores (FIB-4, NFS)Risikoeinschätzung für Leberfibrose aus BlutwertenBerechenbar
4Elastografie (FibroScan)Lebersteifigkeit — Hinweis auf Fibrose-StadiumGastroenterologe
5MRT-PDFFExakte Fettquantifizierung der LeberRadiologie
6LeberbiopsieGoldstandard: Entzündungsgrad, Fibrose-StadiumSpezialklinik

In den meisten Fällen reichen Blutuntersuchung und Ultraschall (Stufen 1–2) für die Diagnose aus. Weiterführende Verfahren wie Elastografie oder Biopsie werden nur bei Verdacht auf fortgeschrittene Fibrose eingesetzt.

Mehr dazu: Fettleber-Diagnose im Detail — alle Methoden erklärt

Häufige Fragen zum Fettleber-Selbsttest

Kann ich eine Fettleber selbst erkennen?

Eine sichere Diagnose ist nur durch einen Arzt möglich. Sie können jedoch anhand von Risikofaktoren wie Bauchumfang, BMI und bekannten Vorerkrankungen einschätzen, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Online-Selbsttests und der Fatty Liver Index (FLI) helfen bei der Orientierung — ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung.

Was ist der Fatty Liver Index (FLI)?

Der Fatty Liver Index ist ein klinisch validierter Score, der aus vier Werten berechnet wird: BMI, Bauchumfang, Triglyzeride und GGT. Er ergibt einen Wert zwischen 0 und 100. Ein FLI unter 30 schließt eine Fettleber weitgehend aus, ein FLI über 60 macht sie wahrscheinlich. Der FLI wurde 2006 von Bedogni und Kollegen entwickelt und in zahlreichen Studien überprüft.

Wie zuverlässig sind Fettleber-Selbsttests im Internet?

Einfache Symptom-Checks geben eine grobe Orientierung, können aber keine Diagnose stellen. Der Fatty Liver Index (FLI) ist wissenschaftlich validiert und wird auch in Leitlinien als Screening-Instrument erwähnt. Für eine zuverlässige Diagnose sind jedoch Ultraschall und gegebenenfalls Elastografie notwendig.

Welche Blutwerte deuten auf eine Fettleber hin?

Erhöhte Werte von ALT (GPT), AST (GOT) und GGT können auf eine Leberbelastung hindeuten. Allerdings sind die Leberwerte bei vielen Fettleber-Patienten normal. Zusätzlich relevant sind erhöhte Triglyzeride und ein erhöhter Nüchternblutzucker, die auf eine zugrundeliegende Stoffwechselstörung hinweisen.

Kann man eine Fettleber haben, obwohl die Leberwerte normal sind?

Ja, das ist sogar häufig der Fall. Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Fettleber-Patienten normale ALT-Werte aufweisen. Deshalb reicht eine Blutuntersuchung allein nicht aus — eine Ultraschalluntersuchung ist für die Diagnose entscheidend.

Ab welchem Bauchumfang steigt das Fettleber-Risiko?

Ein Bauchumfang über 94 cm bei Männern und über 80 cm bei Frauen gilt als unabhängiger Risikofaktor für eine Fettleber (MASLD). Dieser Grenzwert basiert auf den EASL-Leitlinien und gilt unabhängig vom BMI — auch schlanke Menschen mit erhöhtem Bauchumfang können betroffen sein.

Wann sollte ich wegen einer möglichen Fettleber zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Sie mehrere Risikofaktoren haben (Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte), wenn Ihr Selbsttest ein erhöhtes Risiko anzeigt oder wenn Symptome wie chronische Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden oder Hautveränderungen über Wochen bestehen. Gelbfärbung der Haut oder Augen erfordert eine sofortige Abklärung.

Wie wird eine Fettleber vom Arzt diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt stufenweise: Blutuntersuchung (Leberwerte, Stoffwechselwerte), Ultraschall zur Beurteilung der Leberverfettung und -größe, gegebenenfalls Elastografie (FibroScan) zur Messung der Lebersteifigkeit und in seltenen Fällen eine Leberbiopsie zur genauen Stadienbestimmung.

Ist der FLI-Rechner auch für schlanke Menschen sinnvoll?

Bedingt. Etwa 10 bis 20 Prozent der Normalgewichtigen haben eine sogenannte Lean-MASLD. Der FLI kann bei schlanken Personen allerdings falsch niedrig ausfallen, da BMI und Bauchumfang stark in die Berechnung einfließen. Wenn Sie normalgewichtig sind, aber andere Risikofaktoren aufweisen (Insulinresistenz, erhöhte Triglyzeride, PCOS, familiäre Vorbelastung), sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf eine Ultraschalluntersuchung an.

Was kann ich tun, wenn mein Selbsttest ein erhöhtes Risiko anzeigt?

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt und bitten Sie gezielt um Leberwerte und einen Ultraschall des Oberbauchs. Parallel können Sie selbst aktiv werden: Eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent, mediterrane Ernährung und regelmäßige Bewegung (mind. 150 Minuten pro Woche) sind die wirksamsten Maßnahmen bei Fettleber. Die Fettleber ist in frühen Stadien vollständig reversibel.

Quellenverzeichnis

  1. Bedogni G, Bellentani S, Miglioli L et al.: The Fatty Liver Index: a simple and accurate predictor of hepatic steatosis in the general population. BMC Gastroenterology 2006; 6:33.
  2. European Association for the Study of the Liver (EASL): Clinical Practice Guidelines on the Management of NAFLD/MASLD. J Hepatol, 2024.
  3. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen, 2022.
  4. Rinella ME et al.: A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology, 2023.
  5. Younossi ZM et al.: Global epidemiology of nonalcoholic fatty liver disease. Hepatology, 2023.
  6. Byrne CD, Targher G: NAFLD: a multisystem disease. J Hepatol, 2015; 62(1 Suppl): S47–S64.
  7. Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung — Lebererkrankungen in Deutschland.
  8. AWMF: Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. AWMF-Register-Nr. 021-025.
  9. Lazarus JV et al.: The global NAFLD policy review and preparedness index. J Hepatol, 2022; 76(4): 771–780.
  10. Cusi K et al.: American Association of Clinical Endocrinology Clinical Practice Guideline for the Diagnosis and Management of NAFLD. Endocrine Practice, 2022.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Kein Online-Selbsttest kann eine Fettleber sicher diagnostizieren oder ausschließen. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.