Kurzantwort: Sie können Ihr Fettleber-Risiko mit unserem kostenlosen Schnellcheck in 2 Minuten einschätzen — ohne Laborwerte. Für eine genauere Einschätzung berechnen Sie Ihren Fatty Liver Index (FLI) mit aktuellen Blutwerten. Beide Tests finden Sie auf dieser Seite.
Was ist ein Fettleber-Selbsttest?
Ein Fettleber-Selbsttest ist ein strukturiertes Screening-Instrument, mit dem Sie Ihr persönliches Risiko für eine Fettleber (MASLD) einschätzen können — anhand von Risikofaktoren, Symptomen und, bei klinisch validierten Tests, auch Laborwerten. Ein Selbsttest kann eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen, aber er kann den entscheidenden Anstoß geben, sich untersuchen zu lassen.
Da die Fettleber in frühen Stadien fast immer symptomlos verläuft, wird sie bei den meisten Betroffenen nur zufällig entdeckt. Schätzungsweise 18 bis 25 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber — die Mehrheit weiß nichts davon. Ein gezielter Selbsttest kann helfen, diese Lücke zu schließen.
Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Fettleber-Tests, die Sie selbst durchführen können:
- Symptom- und Risikofaktor-Checks: Fragenbasierte Selbsttests, die anhand Ihrer Angaben zu Körpermaßen, Vorerkrankungen und Beschwerden eine grobe Risikoeinschätzung liefern. Sie benötigen keine Laborwerte.
- Klinisch validierte Scores (z. B. der Fatty Liver Index): Berechnungen auf Basis von Messwerten wie BMI, Bauchumfang, Triglyzeriden und GGT. Diese Tests sind wissenschaftlich untersucht und haben eine deutlich höhere Aussagekraft.
Auf dieser Seite finden Sie beide Varianten: einen schnellen Risiko-Check ohne Laborwerte und einen FLI-Rechner, der den klinisch validierten Fatty Liver Index berechnet.
Wie erkenne ich eine Fettleber? Erste Anzeichen
Eine Fettleber lässt sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms sicher erkennen — denn in den meisten Fällen verursacht sie keine spürbaren Beschwerden. Dennoch gibt es körperliche Hinweise und Risikofaktoren, die Sie selbst prüfen können und die eine Untersuchung nahelegen.
Körperliche Hinweise
Die folgenden Anzeichen können — besonders in Kombination — auf eine belastete Leber hindeuten:
- Chronische Müdigkeit: Eine bleierne Erschöpfung, die auch nach ausreichend Schlaf nicht nachlässt, ist das häufigste von Betroffenen berichtete Symptom.
- Druckgefühl im rechten Oberbauch: Ein dumpfes Spannen unter dem rechten Rippenbogen entsteht, wenn die vergrößerte Leber ihre Kapsel dehnt.
- Zunehmender Bauchumfang: Eine schleichende viszerale Gewichtszunahme ist sowohl Risikofaktor als auch indirektes Anzeichen.
- Verdauungsbeschwerden: Blähungen, Völlegefühl und Unverträglichkeit fettreicher Speisen können auf eine gestörte Gallensäurenproduktion hinweisen.
- Hautveränderungen: Spider Naevi (sternförmige Gefäßzeichnungen) und gerötete Handinnenflächen deuten auf eine fortgeschrittene Leberbelastung hin.
Risikofaktoren, die Sie selbst prüfen können
Neben körperlichen Anzeichen sind es vor allem metabolische Risikofaktoren, die eine Fettleber wahrscheinlicher machen. Viele davon kennen Sie bereits aus Ihrer ärztlichen Vorgeschichte oder können Sie zu Hause selbst ermitteln:
| Risikofaktor | Grenzwert / Kriterium | Selbst prüfbar? |
|---|---|---|
| Bauchumfang | ♂ > 94 cm · ♀ > 80 cm | Ja (Maßband) |
| BMI | ≥ 25 (Übergewicht) · ≥ 30 (Adipositas) | Ja (Waage + Größe) |
| Typ-2-Diabetes | Bekannte Diagnose oder HbA1c ≥ 6,5 % | Bekannt / Arzt |
| Erhöhte Blutfettwerte | Triglyzeride > 150 mg/dl | Letztes Laborergebnis |
| Bluthochdruck | ≥ 130/85 mmHg | Ja (Blutdruckmessgerät) |
| PCOS (Frauen) | Bekannte Diagnose | Bekannt |
| Familiäre Vorbelastung | Fettleber, Zirrhose oder Diabetes bei Eltern/Geschwistern | Ja (Familienanamnese) |
Risiko-Schnellcheck: Könnte ich eine Fettleber haben?
Dieser kurze Selbsttest erfasst die wichtigsten Risikofaktoren und Symptome in acht Fragen. Sie benötigen keine Laborwerte — nur wenige Angaben zu Ihrem Körper und Ihrer Gesundheitsgeschichte. Das Ergebnis gibt Ihnen eine erste Orientierung, ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll wäre.
Der Fatty Liver Index (FLI) — der klinisch validierte Fettleber-Test
Der Fatty Liver Index ist ein wissenschaftlich validiertes Screening-Instrument zur Einschätzung des Fettleber-Risikos. Er wurde 2006 von Bedogni und Kollegen entwickelt und in zahlreichen Studien überprüft. Der FLI wird auch in den aktuellen EASL-Leitlinien als mögliches Screening-Tool erwähnt.
Wie wird der FLI berechnet?
Der Fatty Liver Index kombiniert vier Werte zu einem Score zwischen 0 und 100:
- BMI (Body-Mass-Index) — berechnet aus Körpergewicht und Größe
- Bauchumfang in Zentimetern — gemessen auf Höhe des Bauchnabels
- Triglyzeride in mg/dl — aus einer aktuellen Blutuntersuchung (nüchtern)
- GGT (Gamma-Glutamyltransferase) in U/l — ein Leberwert aus dem Blutbild
Die mathematische Formel gewichtet diese vier Parameter in einer logistischen Regression. Sie müssen die Formel nicht selbst berechnen — unser FLI-Rechner weiter unten übernimmt das für Sie.
FLI-Ergebnis richtig einordnen
Die Interpretation des Fatty Liver Index erfolgt anhand etablierter Schwellenwerte:
| FLI-Wert | Einschätzung | Empfehlung |
|---|---|---|
| < 30 | Fettleber unwahrscheinlich | Weiterhin auf Risikofaktoren achten, reguläre Vorsorge |
| 30 – 60 | Grauzone — Fettleber möglich | Ärztliche Abklärung empfohlen (Ultraschall) |
| > 60 | Fettleber wahrscheinlich | Ärztliche Abklärung dringend empfohlen |
FLI-Rechner: Berechnen Sie Ihren Fatty Liver Index
Geben Sie Ihre vier Werte ein und erhalten Sie sofort Ihr Ergebnis. Für BMI und Bauchumfang reichen Waage und Maßband — Triglyzeride und GGT finden Sie auf Ihrem letzten Blutbild.
Sie kennen Ihre Laborwerte noch nicht? Kein Problem — nutzen Sie zunächst den Schnellcheck oben, der ohne Blutwerte funktioniert. Den FLI können Sie nach Ihrem nächsten Blutbild berechnen.
Welche Blutwerte deuten auf eine Fettleber hin?
Bestimmte Laborwerte können Hinweise auf eine Fettleber liefern — sie allein reichen aber nicht für eine Diagnose aus. Die wichtigsten Marker im Überblick:
| Laborwert | Normbereich (orientierend) | Bedeutung bei Fettleber |
|---|---|---|
| ALT (GPT) | ♂ < 50 U/l · ♀ < 35 U/l | Erhöhung deutet auf Leberzellschädigung hin |
| AST (GOT) | ♂ < 50 U/l · ♀ < 35 U/l | Zusammen mit ALT — Verhältnis relevant (De-Ritis-Quotient) |
| GGT | ♂ < 60 U/l · ♀ < 40 U/l | Frühester Marker bei Leberbelastung, Teil des FLI |
| Triglyzeride | < 150 mg/dl | Erhöhung zeigt Fettstoffwechselstörung an, Teil des FLI |
| Nüchternblutzucker | < 100 mg/dl | Erhöhung weist auf Insulinresistenz / Prä-Diabetes hin |
| HbA1c | < 5,7 % | Langzeitblutzucker — bei ≥ 6,5 % liegt Diabetes vor |
Wichtig: Einzelne Werte sind nicht aussagekräftig
Ein einzelner erhöhter Leberwert allein beweist keine Fettleber — und umgekehrt schließen normale Werte sie nicht aus. Erst das Gesamtbild aus Leberwerten, Stoffwechselparametern und Bildgebung ergibt eine verlässliche Einschätzung. Das Verhältnis von AST zu ALT (De-Ritis-Quotient) kann zusätzlich Hinweise auf das Stadium geben.
Mehr dazu: Fettleber-Diagnose — Blutwerte, Ultraschall & Elastografie im DetailWann sollten Sie zum Arzt?
Ein Arztbesuch zur Abklärung einer möglichen Fettleber ist sinnvoll, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Ihr Selbsttest oder FLI-Ergebnis zeigt ein erhöhtes Risiko an
- Ihr Bauchumfang liegt über 94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen)
- Sie haben Typ-2-Diabetes, Prä-Diabetes oder ein metabolisches Syndrom
- Erhöhte Leberwerte (ALT, GGT) bei einer früheren Blutuntersuchung
- Symptome wie chronische Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden oder Hautveränderungen bestehen seit Wochen
- Fettleber, Leberzirrhose oder Diabetes in der Familie
Der erste Ansprechpartner ist Ihre Hausarztpraxis. Bitten Sie gezielt um eine Bestimmung der Leberwerte und einen Ultraschall des Oberbauchs. Beides ist unkompliziert, schmerzfrei und wird von der Krankenkasse übernommen.
Professionelle Diagnose — was der Arzt untersucht
Die ärztliche Diagnose einer Fettleber folgt einem stufenweisen Vorgehen. Der Aufwand steigt mit jedem Schritt — aber nicht jeder Betroffene braucht alle Stufen.
| Stufe | Methode | Was sie zeigt | Wo verfügbar |
|---|---|---|---|
| 1 | Blutuntersuchung | Leberwerte (ALT, AST, GGT), Blutfette, Blutzucker | Hausarzt |
| 2 | Ultraschall (Sonografie) | Verfettungsgrad, Lebergröße, Struktur | Hausarzt / Internist |
| 3 | Fibrose-Scores (FIB-4, NFS) | Risikoeinschätzung für Leberfibrose aus Blutwerten | Berechenbar |
| 4 | Elastografie (FibroScan) | Lebersteifigkeit — Hinweis auf Fibrose-Stadium | Gastroenterologe |
| 5 | MRT-PDFF | Exakte Fettquantifizierung der Leber | Radiologie |
| 6 | Leberbiopsie | Goldstandard: Entzündungsgrad, Fibrose-Stadium | Spezialklinik |
In den meisten Fällen reichen Blutuntersuchung und Ultraschall (Stufen 1–2) für die Diagnose aus. Weiterführende Verfahren wie Elastografie oder Biopsie werden nur bei Verdacht auf fortgeschrittene Fibrose eingesetzt.
Mehr dazu: Fettleber-Diagnose im Detail — alle Methoden erklärtHäufige Fragen zum Fettleber-Selbsttest
Eine sichere Diagnose ist nur durch einen Arzt möglich. Sie können jedoch anhand von Risikofaktoren wie Bauchumfang, BMI und bekannten Vorerkrankungen einschätzen, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Online-Selbsttests und der Fatty Liver Index (FLI) helfen bei der Orientierung — ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung.
Der Fatty Liver Index ist ein klinisch validierter Score, der aus vier Werten berechnet wird: BMI, Bauchumfang, Triglyzeride und GGT. Er ergibt einen Wert zwischen 0 und 100. Ein FLI unter 30 schließt eine Fettleber weitgehend aus, ein FLI über 60 macht sie wahrscheinlich. Der FLI wurde 2006 von Bedogni und Kollegen entwickelt und in zahlreichen Studien überprüft.
Einfache Symptom-Checks geben eine grobe Orientierung, können aber keine Diagnose stellen. Der Fatty Liver Index (FLI) ist wissenschaftlich validiert und wird auch in Leitlinien als Screening-Instrument erwähnt. Für eine zuverlässige Diagnose sind jedoch Ultraschall und gegebenenfalls Elastografie notwendig.
Erhöhte Werte von ALT (GPT), AST (GOT) und GGT können auf eine Leberbelastung hindeuten. Allerdings sind die Leberwerte bei vielen Fettleber-Patienten normal. Zusätzlich relevant sind erhöhte Triglyzeride und ein erhöhter Nüchternblutzucker, die auf eine zugrundeliegende Stoffwechselstörung hinweisen.
Ja, das ist sogar häufig der Fall. Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Fettleber-Patienten normale ALT-Werte aufweisen. Deshalb reicht eine Blutuntersuchung allein nicht aus — eine Ultraschalluntersuchung ist für die Diagnose entscheidend.
Ein Bauchumfang über 94 cm bei Männern und über 80 cm bei Frauen gilt als unabhängiger Risikofaktor für eine Fettleber (MASLD). Dieser Grenzwert basiert auf den EASL-Leitlinien und gilt unabhängig vom BMI — auch schlanke Menschen mit erhöhtem Bauchumfang können betroffen sein.
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Sie mehrere Risikofaktoren haben (Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte), wenn Ihr Selbsttest ein erhöhtes Risiko anzeigt oder wenn Symptome wie chronische Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden oder Hautveränderungen über Wochen bestehen. Gelbfärbung der Haut oder Augen erfordert eine sofortige Abklärung.
Die Diagnose erfolgt stufenweise: Blutuntersuchung (Leberwerte, Stoffwechselwerte), Ultraschall zur Beurteilung der Leberverfettung und -größe, gegebenenfalls Elastografie (FibroScan) zur Messung der Lebersteifigkeit und in seltenen Fällen eine Leberbiopsie zur genauen Stadienbestimmung.
Bedingt. Etwa 10 bis 20 Prozent der Normalgewichtigen haben eine sogenannte Lean-MASLD. Der FLI kann bei schlanken Personen allerdings falsch niedrig ausfallen, da BMI und Bauchumfang stark in die Berechnung einfließen. Wenn Sie normalgewichtig sind, aber andere Risikofaktoren aufweisen (Insulinresistenz, erhöhte Triglyzeride, PCOS, familiäre Vorbelastung), sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf eine Ultraschalluntersuchung an.
Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt und bitten Sie gezielt um Leberwerte und einen Ultraschall des Oberbauchs. Parallel können Sie selbst aktiv werden: Eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent, mediterrane Ernährung und regelmäßige Bewegung (mind. 150 Minuten pro Woche) sind die wirksamsten Maßnahmen bei Fettleber. Die Fettleber ist in frühen Stadien vollständig reversibel.
Quellenverzeichnis
- Bedogni G, Bellentani S, Miglioli L et al.: The Fatty Liver Index: a simple and accurate predictor of hepatic steatosis in the general population. BMC Gastroenterology 2006; 6:33.
- European Association for the Study of the Liver (EASL): Clinical Practice Guidelines on the Management of NAFLD/MASLD. J Hepatol, 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen, 2022.
- Rinella ME et al.: A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology, 2023.
- Younossi ZM et al.: Global epidemiology of nonalcoholic fatty liver disease. Hepatology, 2023.
- Byrne CD, Targher G: NAFLD: a multisystem disease. J Hepatol, 2015; 62(1 Suppl): S47–S64.
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung — Lebererkrankungen in Deutschland.
- AWMF: Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. AWMF-Register-Nr. 021-025.
- Lazarus JV et al.: The global NAFLD policy review and preparedness index. J Hepatol, 2022; 76(4): 771–780.
- Cusi K et al.: American Association of Clinical Endocrinology Clinical Practice Guideline for the Diagnosis and Management of NAFLD. Endocrine Practice, 2022.